Datum
20.10.2020
Titel
Neue Web-Minierie „Ehrenpflegas“ ist aus Sicht des Bundesverbands Pflegemanagement nicht tragbar.
Text

Die Bundesregierung hat viele Kräfte gebündelt, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Mehr Ausbildung, mehr Personal, mehr Geld – mit diesem Versprechen wurden die Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege (KAP), an der auch Mitglieder des Bundesverbands Pflegemanagement beteiligt waren, präsentiert. In die Umsetzung der Web-Miniserie „Ehrenpflegas“ waren die Mitglieder der Arbeitsgruppe 1 „Ausbildungsoffensive“ jedoch nicht involviert. Die dabei entstandene Kampagne verfehlt daher aus Sicht des Bundesverbands Pflegemanagement ihr erklärtes Ziel, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und für die neuen Ausbildungsformen zu werben.

Mit der Web-Miniserie „Ehrenpflegas“ will Familienministerin Franziska Giffey Jugendliche für die Pflege begeistern. Für die Produktion holte man sich die Macher von „Fack ju Göthe“ mit an Bord. So sollten junge Menschen bei der komplexen Suche nach ihrer beruflichen Zukunft maximal abgeholt werden. Die Arbeitsgruppe Nachwuchs Pflegemanagement des Bundesverbands Pflegemanagement hat sich mit der Serie auseinandergesetzt und ist mehr als enttäuscht. „Die Serie spiegelt nicht im Ansatz das Berufsbild von Pflegefachpersonen wider. Vielmehr werden durch die dargestellten Berufsanforderungen Selbstverständnis, Berufsethos sowie Fachlichkeit der Profession verletzt“, so Vorstandsmitglied und AG-Leitung Sarah Lukuc.

Es fehle an zielführenden Parallelen zur dreijährigen Ausbildung, die zentralen Aspekte der Ausbildung, die tägliche Arbeit mit und am Menschen würden vollständig ausgeblendet, so Lukuc weiter. Vielmehr entstehe der Eindruck, der Pflegeberuf sei ideal für alle Personen, die an anderer Stelle keine Perspektive haben. Dabei werden Klischees bedient, die für eine Karriere als Mensch wenig förderlich sind.

Vorstandsvorsitzender Peter Bechtel unterstreicht die Einschätzung der Arbeitsgruppe und findet klare Worte: „Als Berufsverband distanzieren wir uns klar von dieser Aktion! Leider ein weiteres Beispiel für die Umsetzung einer vom Grundsatz her guten Idee. An den entscheidenden Stellen fehlt es nach wie vor an der Beteiligung der Profession Pflege.“

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